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“Tom Swift and his Great Oil Gusher”  von Victor Appleton (Grosset & Dunlap: 1924)

“Aufgrund irgendeiner sonderbaren Wendung sind sprudelnde Ölquellen („Gushers“ bzw. „Blowouts“) im amerikanischen Kulturgedächtnis als Sinnbild von erfreulichen Nachhrichten im Niedergang begriffen, obwohl sie im Grunde genommen Zeugnisse für die Entdeckung von Reichtümern sind – vergleichbar mit dem Knallen eines geologischen Champagner-Korkens. (…) Die Wahrheit ist jedoch, dass Blowouts, welche die Öl-Industrie in ihren ersten Jahrzehnten heimgesucht haben, überall & egal wo sie geschahen einem Disaster gleichkamen. Sie passierten, wenn Öl-Bohrarbeiter eine Formation durchbohrt haben, bei der Öl & Erdgas unter hohem Druck standen. Die Geysire aus emporsteigendem Öl konnten Bohrwerkzeuge zerstören, Arbeiter töten & die Ohren all derjenigen zerfetzen, die nicht getötet wurden. Feuer war ein grosses Risiko. Manchmal wurden mehrere Monate benötigt, um sprudelnde Ölquellen unter Kontrolle zu bringen.“
(Justin Gillis; The New York Times; 21.06.2010; Übersetzung aus dem Englischen)
 

Früher, nachdem eine Quelle angebohrt war, wurden Sprengladungen in das Bohrloch herabgelassen & mit der Antizipation & Hoffnung entzündet, dass das Gestein aufgebrochen & der Petroleum-Fluss in das Bohrloch erhöht wird. Heute werden hauptsächlich Chemikalien benutzt, um höhere Fliessraten zu erzielen. Zudem hatten Bohrarbeiter damals keine Blowout-Vermeidungstechniken wie sie heute zum Standard gehören, um Reservoirs zu kontrollien, die unter hohem Druck stehen. Allgemein steigen die flüssigen Kohlenwasserstoffe (Öl & Gas) im Bohrloch auf, sobald Hochdruck-Formationen durchbrochen werden. Sobald sie die Erdoberfläche in nun flüssigem & Gas-Aggregatzustand erreichen, schiessen sie hoffentlich bis zu hundert Meter & mehr in die Luft – ein klassisches Zeichen einer erfolgreich entdeckten & angebohrten Lagerstätte. Sobald die ersten Kohlenwasserstoffe allerdings die Erdoberfläche durchstossen & ein erster Blowout aus Öl & Wasser bemerkt wird, nimmt der Ausbruch typischerweise für ein paar Sekunden stark ab, bevor der eigentliche Blowout hoch in den Himmel explodiert.
 
 
 
Der Öl-Preis-Blowout begann seine Eruption Anfang November 2010 als der obere (blaue) Dreiecksschenkel bei 82 durchbrochen wurde. Es folgte ein kurzer Ausbruch (sog. Breakout) zur 88er Marke, woraufhin ein klassischer Pullback zum (verlängerten) Dreieck stattfand. Gemäss Definition startet der Thrust unmittelbar im Anschluss – da der Preis während den letzten 2 Handelstagen begann anzusteigen, wird ein Thrust nach oben antizipiert (anstatt einem Thrust nach unten). Das Ziel von diesem Thrust ist es, über den durch den vorherigen Breakout markierten Widerstand (88) anzusteigen & diesen in eine neue & nachhaltige Unterstützung umzuwandeln, damit ein neuer & nachhaltiger Aufwärtstrend beginnen kann. 
 

Die längerfristigere Perspektive seit Mitte 2008 verdeutlicht, dass der Preis Anfang 2009 mit einem neuen Aufwärtstrend begann, der dabei innerhalb des (grünen) Trendkanals anstieg. Im September 2010 wurde der (schwarze) Widerstand überstiegen, woraufhin eine Umwandlung dieser Trendlinie in eine neue Unterstützung stattfand. Anschliessend begann ein erster Ausbruch, der just zur (grünen) Unterstützung kurz überhalb der 80er Marke korrigierte & somit ein neues Kaufsignal generierte. Ein nächstes Verkaufssignal ertönt im Falle einer Verletzung der (schwarzen) Unterstützung bei aktuell etwa 78, wobei alsdann auch gleichzeitig die (graue) 260-EMA-Kurve (Histogramm) verletzt wird & ein längerfristigeres Verkaufssignal auslöst.
 
Begleitindikatoren:  
RSI: Kaufsignal seit Ankunft & Halten auf der (grünen) Unterstützung (Verkaufssignal bei Verletzung dieser). 
ROC: Kaufsignal seit Ankunft & Halten auf der (grünen) Unterstützung. Verkaufssignal bei Verletzung, wobei ein nächstes Kaufsignal alsdann kurz darunter auf der (grauen) Unterstützung erteilt wird, so dass ein eindeutigeres Verkaufssignal erst bei Verletzung dieser ausgesprochen wird. 
MACD: Verkaufssignal seit Absinken beider Kurven vor kurzem. Kaufsignal sobald ein anfängliches Ansteigen beider Kurven beobachtet wird – potentiell nach einem weiteren kurzen Fall zur (roten) Unterstützung.



Das längerfristigere Bild seit 1995 zeigt den Preis hauptsächlich innerhalb des (grünen) Trendkanals aufsteigen, wobei die Preisbewegungen anhand den 2 Dreiecken (rot & blau) verstanden werden können. Im Jahr 2004 wurde der obere (blaue) Dreiecksschenkel bei etwa 38 gebrochen, woraufhin bis 2008 ein Breakout zur 150er Marke einsetzte, der von einem Pullback zur (blauen) Dreiecksspitze bei etwa 35 abgelöst wurde. Somit begann der Thrust nach oben hiernach Anfang 2009.
 
Gemäss dem aufwärtsgerichteten (roten) Dreieck begann der Breakout im Jahr 2005, wobei der Pullback 2008 nicht im (roten) Dreieck halten konnte, so dass ein Breakout nach unten stattfand. Der Preis sank jedoch nicht weiter & es setzte auch kein Thrust nach unten ein, da 2009 ein relativ starker & schneller Wiederanstieg über das (rote) Dreieck vollzogen wurde. Anfang 2010 fand ein finaler Pullback zur (roten) Dreiecksspitze bei etwa 66 statt, woraufhin der Preis begann anzusteigen, was seitdem einen Thrust nach oben indiziert, v.a. auch nachdem vor kurzem der (violette) Widerstand bei etwa 78 überstiegen wurde. Gemäss dem (roten) Dreieck generiert sich ein längerfristigeres Verkaufssignal erst bei Unterschreitung des Preisniveaus der (roten) Dreiecksspitze bei etwa 66.
 

Der AMEX Öl-Index (Ticker-Symbol: XOI) repräsentiert einen (preisgewichteten) Öl-Aktien-Index, der aktuell aus 13 führenden Petroleum-Unternehmen besteht (Zusammensetzung: siehe unten). Wenn dieser mit dem DOW-Index verglichen wird (mittels dem gezeigten Ratio), so fällt auf, dass – mit dem Hoch 2008 – der XOI den DOW seit 2000 um mehr als das 3-fache geschlagen hat . Allerdings sank das Ratio seit dem Hoch 2008 stark ab, was bedeutet, dass während dieser Zeit der DOW eine bessere Performance als der XOI an den Tag legte. Für die Gegenwart & Zukunft ist es allerdings wichtiger zu erkennen, dass der (violette) Widerstand vor kurzem erfolgreich gebrochen wurde, womit sich ein Kaufsignal (für den XOI gegenüber dem DOW) generierte. Seitdem jüngst jedoch der (rote) Widerstand bei etwa 0,10 erreicht wurde, löste sich ein Verkaufssignal aus, da ein Pullback wahrscheinlicher geworden ist & potentiell bis zur (violetten) Unterstützung zieht. Ein längerfristigeres Kaufsignal (à la Thrust nach oben) generiert sich erst bei einem Anstieg über diesen (roten) Widerstand.
  
Die Zusammensetzung des XOI-Index (Stand: 19.11.2010):

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  

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