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Entladung im Hafen von Nikkelverk (Norwegen) aus einem Nickel-Matte Schiff aus Sudbury, Kanada (Quelle)

 

Nickel war 2014 das Metall mit der besten Preis-Performance und schloss das Jahr mit einem 20% Anstieg ab, wobei der Nickelpreis in den ersten 5 Monaten des Jahres besonders stark anstieg (50%). Nickel ist Morgan Stanley’s Top-Rohstoffkandidat für 2015; mit einem Preisziel von 19.842 USD/lb bis Endes des Jahres (58% vom aktuellen Preis bei 12.590 USD/lb):
 

“Anhaltende Preis-Unterstützung/-Treiber ist Indonesien’s Laterit-Exportverbot; Preis-Spannungen werden zurückkehren; während dem saisonalen Stahl-Nachfrageanstieg beim Handel im 1. Quartal 2015.” (Morgan Stanley; Global Metals Playbook 2015)

 

Gemäss Glencore‘s Investor Day Präsentation (12/2014):

„Nickelmarkt-Übergang zum Defizit; 2015 noch ausbalanciert und danach Defizite:

• Wachstum der Nickel-Nachfrage: konservativ prognostiziert ca. 4,5% p.A.

• Substantielle Defizite werden für die Berichtsperiode vorausgesagt.

• LME-Nickelpreis stieg stark auf $21.200/t im Mai an, +52% seit Jahresbeginn. Die Preise pendelten sich daraufhin zwischen $18.000-$20.000/t ein, und begannen ab September einen starken Rückzieher, allerdings im Gleichschritt mit Rohstoffen allgemein. Vor kurzem konnte der Markt die September/Oktober-Verluste wiedergutmachen. Der Preisanstieg wurde hauptsächlich vom Nickel-Exportverbot getrieben und die Antizipation von reduziertem Nickel-Output.

• Jedoch haben die kontinuierlichen Anstiege der LME-Lagerbestände, chinesische Metallexporte, höhere philippinische Erz-Exporte, makroökonomische Herunterstufungen und Liquiditätsengpässe, alle das Sentiment und die Nickelpreise beeinflusst.

NPI-Output von hochgradigen Erz-Lagerbeständen unterstützt:

• Signifikante Lagerbestände an indonesischen hochgradigen Erzen (>1,8% Ni) wurden in China aufgebaut, bevor das Exportverbot begann (27 Mio. t HG/MG Erz).

• Diese Lagerbestände, mit philippinischen Erzen vermischt, haben die weiterhin hohe NPI- („Nickel Pig Iron“) Produktion 2014 unterstützt (ca. 480.000 t Ni), wobei die Produktion auf Quartalsbasis abfiel. Zu Beginn des Jahres wurden diese Lagerbestände auf 20 Mio. t geschätzt, sodass die hochgradigen Eze mittlerweile unter 10 Mio. t liegen dürften und in Richtung kritische Level tendieren.
• Philippinische Verschiffungen werden in den kommenden Monaten aufgrund der Monsunsaison abnehmen. Bis April werden die Verschiffungen auch nicht wieder anziehen, wenn die Surigao-Exporte wieder aufgenommen werden.

• HG Lagerbestände werden sich ab April 2015 auf kritsichen Levels befinden, wobei die Saisonalität ein bedeutender Faktor in Zukunft werden wird.

 

Philippinisches Erz-Angebot bestimmt China‘s NPI-Aussicht:

Sollte das indonesische Erz-Exportverbot weiter bestehen (zuletzt verfassungsmässig bestätigt), so werden sich die chinesischen Lagerbestände an indonesischen hochgradigen Erz schliesslich dem Ende neigen und die NPI-Produktion wird von den Erz-Exporten aus den Philippinen abhängig sein.

• Die 2014 philippinischen Exporte nach China werden auf ca. 52 Mio. t “Wet Ore“ geschätzt, sowie LG >50%, MG >30% und HG der Rest. Niedriggradigere Durchschnittsmineralisation von Erzen erhöhen die NPI-Produktionskosten (unter Annahme gleichbleibender Faktoren).

• Nirgends ein „Game Changer“: Neu-Kaledonien könnte 1-2 Mio. t p.A. mehr an Erz in den Markt liefern und Guatemala könnte bis zu 30.000 t Nickel aus hochgradigem Erz an europäische Eisen-Nickel-Anlagen liefern.

• Basierend auf unserer Projektion von Volumen und Zusammensetzung des philippinischen Erz-Angebots erwarten wir eine Reduzierung der chinesischen NPI-Produktion (von 480.000 t Ni im Jahr 2014 auf 400.000 t 2015 und 350.000-400.000 t Nickel während der Berichtsperiode).

Angebot-Aussicht – Begrenztes Wachstum während Export-Verbot:

• Das weltweite Nickelangebot von 2014 dürfte gegenüber 2013 relativ unverändert ausfallen, da ein reduzierter Output von existierenden Produzenten und chinesischem NPI von einer erhöhten Produktion aus neuen Projekten ausgeglichen werden.

• Die chinesische NPI-Produktion wird 2014 bei 350.000-400.000 t geschätzt (vs. 510.000 t im Jahr 2013). Jedoch dürfte das erhöhte Angebot aus neuen Projekten die erwarteten Verluste ausgleichen, wobei insgesamt das Anbebotswachstum bis 2019 bei ca. 1% p.A. erwartet wird.

• China’s NPI-Abhängigkeit nach niedriggradigeren Erzen aus den Philippinen werden die Produktionskosten erhöhen.

• Die Anlauf-Performances („ramp up performances“) betonen die Notwendigkeit, vorsichtig bei Aussichten zu sein. Die meisten aller neuen Projekte sind verspätet, da technische, Umwelt-, Genehmigungs- und soziale Herausforderungen an der Tagesordnung stehen.

• Wir erwarten ein begrenztes Wachstum der tatsächlichen NPI-Produktion aus Indonesien. Da Kapazitäten während höheren Preisniveaus aufgebaut werden, so dürfte sich das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Kommissionierung aus einer Vielzahl von Gründen als probelmatisch herausstellen.

• Wir prognostizieren weniger als 100.000 t Nickel aus indonesischem NPI bis 2019.

 

Nachfrage-Aussicht – Solides Wachstum in Schlüsselmärkten:

• “Die Tage der zweistelligen Wachstumsraten in China gehören der Vergangenheit an; das Argument je grösser die Wirtschaft, desto geringer das Wachstum bedeutet aber dennoch eine starke Nachfrage... Es ist langsamer und nicht weniger.“ (Julian Kettle, Wood Mackenzie)

• Die primäre Nickelnachfrage nach rostfreiem Stahl dürfte 2014 um ca. 5% angestiegen sein, was durch Wachstum in China, Nord-Amerika, Japan und Indien reflektiert wird. Längerfristiger gesehen prognostizieren wir die globale Nickelnachfrage nach rostfreiem Stahl jährlich um >4,5% anzuwachsen; hauptsächlich dank China (globaler CAGR 2008-2013: 9,6% p.A.).

• Die Aktivitäten bei nicht-rostfreien Stahlanwendungen ist ebenfalls robust; der Nickeleinsatz dürfte 2014 um >8% angestiegen sein. Das Wachstum für nicht-rostfreien Stahl wird auf >4% p.A. vorhergesagt, da starke Beiträge aus China, USA und Indien kommen werden.

• Insgesamt projizieren wir ein solides Nickelnachfrage-Wachstum von ca. 4,5% p.A. zwischen 2014-2019 (CAGR 2008-2013: 7,1% p.A.).

• Einfach ausgedrückt: Konserveativ gesehen erwarten wir einen Nachfrageanstieg von 75.000-100.000 t Nickel pro Jahr.

 

Expandierende Defizite am Horizont:

• Unter der Annahme, dass das indonesische Erz-Exportverbot aufrechterhalten bleibt, so werden Marktdefizite auftauchen.

• Ein erhöhtes Angebot aus neuen Projekten untermauert ein globales Produktionswachstum von ca. 1% p.A. bis 2019.

• Da das Nickelnachfrage-Wachstum konservativ auf ca. 4,5% p.A. geschätzt wird, wird der Markt in ein Defizit übergehen, wobei substantielle Defizite ab 2018 prognostiziert werden.

• Längerfristige Nickelpreise werden primär durch die Kosten bestimmt, die nötig sind, um marginale (niedriggradig) Limonit-Erz-Verarbeitungskapazitäten zu schaffen.

• Wir sehen keine neuen niedrigkostigen Technologien, welche die Aussicht beeinflussen.“

TD Securities erwartet den Beginn eines Nickelangebotsdefizits im Jahr 2015 mit 12,000 t. 2016 soll das Defizit um das 9-fache auf 104.000 t Nickel ansteigen. Gemäss TD Securities‘ neuestem Research Report “2015/2016 Metals & Minerals Outlook“ (01/2015)

“Nickel — Angebotsdefizit erwartet — Globales Nickelmarktdefizit ab 2. Jahreshälfte 2015:

Da die NPI- [Nickel Pig Iron] Produktion in China während 2015 beginnt, zu schrumpfen, wird erwartet, dass der Nickelmarkt in der 2. Jahreshälfte in ein Defizit rutschen wird. Bis 2016 dürften die Defizite ansteigen. Die globale Nickelnachfrage soll im Jahresvergleich um etwa 3% jeweils 2015 und 2016 ansteigen, während die raffinierte Produktion um etwa 1% in jedem Jahr schrumpfen soll. Wachsende Defizite sollten zu einer Umkehr der schnellen Expansion von sichtbaren Nickellagerbeständen führen, die 2014 Druck auf die Nickelpreise ausgeübt haben.


Wir behalten unser langfristiges Preisziel von US$10/lb (ab 2017) aufrecht:
Wir erwarten, dass die geringen Investitionen in neue globale Nickelproduktionskapazitäten (ausserhalb der NPI-Produktion), die das Resultat einer langwierigen Periode niedriger Preise sind, mittel- bis langfristig einen engeren Nickelmarkt zum Ergebnis haben werden.“

Morgan Stanley kommentiert die positiven Aussichten für den Nickelpreis in ihrem Report „Global Metals Playbook 2015“ wie folgt:

„Der indonesische Handelsschock wird erst noch Einfluss ausüben:

• Frustrierendes Jahr im Rückblick: Wir waren Anfang 2014 alle Nickel-Bullen: Der Preis sollte nach dem indonesischen Lateriterz-Exportverbot ansteigen, da China keine anderen Optionen mehr hatte (die Philippinen zu klein; andere Quellen bereits vergeben). Es wurde jedoch schnell klar, dass es angemessene Mengen in der Angebotskette gab (präventiver Lageraufbau von China, so wie es bei Bauxit auch der Fall war); die Halbjahresveröffentlichung von Qingdao-Hafenproben zeigte vorher unbekanntes Metall (d.h. rekordhohe LME-Lagerbestände); China‘s Industrieaktivität verschlechterte sich dennoch. Die Nickelpreise fielen aufgrund diesen Faktoren unter das MCP-Level; zum Ende des Jahres konnte der Preis aufgrund Spekulationen über Monsun-Angebotsrisiken in den Philippinen etwas aufholen.

• Das Defizit ist real: Wir glauben noch immer daran, dass das indonesische Handelsverbot für das Metall ein Preistreiber ist: Es benötigt nur mehr Zeit, damit dieser seine Wirkung erzielt. China‘s Laterit-Lagerbestände schwinden und die Entwicklung von Indonesien‘s Downstream-Verarbeitungskapazitäten verläuft offensichtlich viel langsamer als der allgemeine Markt wohl erwartet.

• Saisonaler Kick im 1. Quartal 2015: Neben einem besorgniserregenden Angebotswachstum erwarten wir einen saisonalen Handelsanstieg im 1. Quartal 2015, der den Metallpreis 2015 unterstützt, sodass Nickel zu unseren „Top-Picks“ (Auswahl an Favoriten) gehört. Der Output an rostfreiem Stahl expandiert dieses Quartal mit dem Rest der Industrie, typischerweise von China angeführt, wobei dieses Jahr die USA Unterstützung liefern werden.

• Indonesien‘s Fehlbetrag quantifiziert: Als 2009 Indonesien ihren Plan bekanntgab, die Entwicklung von einheimischen Downstream-Verarbeitungskapazitäten voranzutreiben, hatten Nickel-in-Laterit Exporte einen Anteil von 15% am Weltangebot (200.000-300.000 t p.A.). Während 2009-2014 steigerte China seine Importe in Antizipation des Exportverbots, was China‘s tatsächliche Verbrauchszahlen verfälscht hat. Es stellt sich die Frage, was tatsächlich nach dem Verbot downstreammässig getan wurde? China‘s rostfreier Stahl-Gigant, Tsingshan (via JV Sulawesi Mining Investment), hat Kapazitäten von bis zu 300.000 t NPI p.A. geschaffen, die 2015 betriebsbereit sein dürften; Cahaya Modern Metal Industry begann Ende 2013; Indoferro’s 8.000 t p.A. seit 2012 – allesamt liefern 15.000-40.000 t p.A. in den Jahren 2015-2018. Ohne Zweifel signifikant, doch nicht ausreichend, um die Rate von 300.000 t p.A. vor Indonesien‘s Handelsverbot zu kompensieren.

• Erstverbraucher-Update: Globaler rostfreier Stahl dominiert die Nickelnachfrage (70% der primären Nickelnachfrage), wobei China dominiert (50% der globalen Nachfrage und 50% der globalen Schmelzkapazitäten). Wir erwarten 2015 einen Anstieg der Schmelzproduktion um 5% im Vergleich zum Vorjahr (China: 12%).“ 

 





 

 

WISSENSWERTES ÜBER NICKEL

• Entdecker: Axel Frederic Cronsted (1751)

• Symbol: Ni

• Atomnummer: 28

• Farbe: weisslich-gräulich

• Schmelzpunkt: 1.455°C

• Siedepunkt: 2.913°C

• Härte (Mohs): 3,8

• Spezifisches Gewicht: 8,9 g/cm3

• Häufigkeit in Erdkruste: 84 ppm

• Mehr als 3.000 Legierungen („alloys“) existieren mit Nickel. Nickel ist allerdings der häufigste Auslöser der sog. Kontaktallergie beim Menschen (in Deutschland alleine
sind ca. 5 Mio. Menschen gegen Nickel allergisch – ein Grund, warum Metalle immer weniger mit Nickel legiert werden. In den USA leidet mittlerweile jedes 4. Kind unter 5 Jahren an einer Kontaktallergie).

• Die 1 und 2 Euro Münzen sind ebenfalls mit Nickel legiert. Bei der 1 Euro Münze ist der Ring aus Nickel-Messing, während der Mittelteil 3-schichtig aus Kupfer-Nickel, Nickel, und wieder Kupfer-Nickel, besteht. Bei der 2 Euro Münze ist der Ring aus Kupfer-Nickel, und der Mittelteil 3-schichtig aus Nickel-Messing, Nickel, und wieder Nickel-Messing.

• Die 5 Cent Münze aus den USA heisst „Nickel“, weil sie Nickel und Kupfer enthält.

• Der Name „Nickel“ rührt von sächsischen Bergleuten, die das rötliche Nickelerzmineral Nickelin aus der Gegend um Annaberg mit Kupfererzen verwechselten – aus dem jedoch „auf Teufel komm raus“ und wie „von Geistern verhext“ kein Kupfer geschmolzen werden konnte; sodass sie es verzweifelt mit „niggel“ (umgangsprachlich für „Teufel und andere Geister“) umschrieben.

• Nickel kommt auf der Erden nicht gediegen vor – ausser im Erdkern, oder dort wo ein Meteorit auf die Welt gefallen ist (was im Sudbury Distrikt der Fall war). Die höchsten Nickelgehalte (7-15% Ni) besitzen Eisen-Meteorite.

• Nickel ist besonders widerstandskräftig gegen Korrosion, besitzt eine grosse Stärke über einen breiten Temperaturspielraum, hat ein angenehmes Erscheinen, wobei es seine Einsatzfähigkeit als Legierung ist, die es in einer so grossen Vielfalt von Anwendungsfeldern nützlich macht.

• Rostfreier Stahl ist der Hauptverwendungszweck von Nickel, da es bei der Konsumenten-Sicherheit und -Hygiene die erste Wahl ist (z.B. Haushaltsausstattungen, Heimgeräte, Nahrungsmittelindustrie, pharmazeutische Industrie, medizinische Werkzeuge, etc.). Rostfreier Stahl wird auch umfangreich beim Bau und der Konstruktion verwendet, sowie im Tansportwesen und schweren Industrien wie Chemie und Petrochemikalien.

Haupteinsatzgebiete von Nickel (% in etwa):

1) Rostfreier Stahl (65%)
2) Nickel-basierte Legierungen (12%)
3) Elektroplattierung (10%)
4) Stahl-Guss und -Legierungen (8%)
5) Wiederaufladbare Batterien (3%)
6) Münzen (1%)

 

Gemäss der Publikation “2012 Nickel Commodity Review“ von Natural Resources Canada (NRCan):

• Kanada‘s Minen förderten 2012 rund 16 Mio. t Erz, aus denen insgesamt 218.564 t an Nickel aus 3 Raffinerien gewonnen wurden.

• 2 Unternehmen (Sherritt International Corp. und Vale SA) produzierten zusammen 152.500 t an raffiniertem Nickel aus 3 Raffinerien.

• Kanada befindet sich auf Platz 4 der weltweit grössten Nickelproduzenten; hinter China (519.000 t), Russland (256.000 t) und Japan (169.000 t).

• Kanada exportierte 80.756 t Nickel als „Matte“ nach Norwegen und 39.347 t als geschmozenes Nickeloxid ins Vereinigte Königreich.


• Im Grunde genommen existieren nur 2 kommerziell signifikante Nickellagerstätten-Arten: Silikat-Typ und Sulphid-Typ (Letztgenannter besitzt >50% der Weltreserven und ca. 75% des globalen Minen-Outputs).


Kurz-Charakteristika der Lagerstätten-Typen:

1. Sulphidische Kupfer-Nickel-Lagerstätten (magmatischer Genese)

Vorkommen zusammen mit Cobalt und PGM (Platingruppenmetalle). Die Vererzung tritt in Form von Einsprenglingen (0,3-0,5% Ni) und massivem Erz (1-2% Ni) auf; oftmals liegen die Kupfergehalte in ähnlicher Grössenordnung vor.

• Besonderheit der Lokalisation: Differenzierte basische Intrusionen, Erzlager am Boden des Körpers, periphäre und „schwebende“ Lager.

• Morphologie der Erzkörper: Grosse schichtartige Lager aus Sprenkelerz; Gängen, Linsen und Stöcken mit massivem Erz (gewöhnlich in der Kontaktzone des Liegenden).

• Haupt-Erzminerale: Pyrrhotin, Chalkopyrit, Pentlandit, Cobaltin und PGM-Minerale.

• Typische Nebengesteine: Basische und ultrabasische Gabbro-Magmen, Norite und Dolerite.

2. Silikatische Nickel-Lagerstätten (sedimentäre Verwitterungslagerstätten)

• Mineralisationsgehalte: i.d.R. 1-1,5% Ni

• Besonderheit der Lokalisation: Verwitterungsrinde
ultrabasischer Gesteine (Serpentinite); meist in Gruppen.

• Morphologie der Erzkörper: Komplizierte deckenartige Lager und Linsen von kleinen bis sehr grossen Ausmassen (mehrere km2) und Mächtigkeiten von 1 bis 15-20 m.

• Haupt-Erzminerale: Garnierit und Rewdinskit

• Typische Nebengesteine: Tonige Verwitterungsprodukte und ultrabasische Gesteine im Liegenden.

(1.) MAGMATISCHE LAGERSTÄTTEN

• Liquidmagmatisch: Nickelanreicherung v.a. in basischen Gesteinen wie Norit und Peridotit mit Pentlandit in Verwachsungen mit Pyrrhotin. Beispiele: Norilsk (Sibirien, Russland): Produktion ca. 180.000 t Ni p.A. – ca. 20% der Weltproduktion; Sudbury (Ontario, Kanada): grösster Nickelerz-Distrikt der Welt mit Anreicherung von Nickel, Kupfer und PGM; 1883 beim Eisenbahnbau entdeckt; knapp 1 Mrd. t Reserven bei einer Produktion p.A. von ca. 120.000 t Ni, 10 t PGM; Stillwater (Montana, USA); Kambala Greenstone Belt (West-Australien); Bushveld Merensky-Reef (Süd-Afrika); Chalilowo (Ural, Russland); Kola (Russland).

• Hydrothermal: Gang-Lagerstätten der Bismut-Cobalt-Nickel-Silber-Uran-Formation (im oberen Bereich Abbau von Silber, in tieferen Zonen Cobalt und Nickel). Beispiele (historisch): Annaberg, Schneeberg, Marienberg, Erzgebirge, Sachsen, Böhmen; Cobalt-Nickel-Silber-Formation: Cobalt City (Ontario, Kanada).

(2.) SEDIMENTÄRE LAGERSTÄTTEN

• Nickel-Laterite (lateritische Verwitterung von Serpentin-Gesteinen, sog. Nickel-Hydrosilikat-Lagerstätten): 35% der Weltproduktion stammt aus Nickel-Lateriten, wo Nickel primär an Olivin gebunden ist. Ideal-Profil: „Rotes Gebirge“: eisenreiche Verwitterungszone (Hangendes). „Grünes Gebirge“: Nickel-hydrosilikathaltige Zone mit Garnierit, Schuchardtit, Willemit und Pimelit. „Graues Gebirge“: unverwitterter Serpentinit (Liegendes). Beispiele: Polen; Sachsen; Orsk-Chalilowo (Ural, Russland); Kuba; Philippinen; Australien; Neu-Kaledonien: 1863 vom Geologen Garnier (Mineral Garnierit verdankt ihm seinen Namen) entdeckt; 1/3 der Insel besteht aus serpentisierten Peridotiten, aus denen Hunderte von Open-Pits um die 35.000 t Nickel p.A. abtragen.

ABBAUWÜRDIGKEITSGRENZEN (von magmatischen Nickel-Kupfer-PGM-Sulphid-Lagerstätten): >1% (jedoch von der Grösse und chemischen Zusammensetzung der Lagerstätte abhängig, so dass Metallurgie eine wichtigere Rolle spielt als der Gehalt allein).

EXPLORATION (nach magmatischen Nickel-Kupfer-PGM-Sulphid-Lagerstätten): Explorationsziel: Nickel-Kupfer-Konzentrationen in mafischen bis ultramafischen Vulkanit-Intrusionen und vulkanischen Strömen. Ziel-Rohstoff: Nickel, Kupfer, PGM

Geophysikalische Signaturen: Die Sulphid-Mineralisation setzt sich hauptsächlich aus Pyrrhotin, Pentlandit und Chalkopyrit zusammen. Diese Nickel-Kupfer-Lagerstätten sind stark leitfähig („conductive“), womit sie sich für elektromagnetische (EM) Untersuchungen eignen, wobei sie auf der Zeit-Domäne relativ schwierig zu entdecken sind. Die Lagerstätten haben oftmals eine Beziehung mit ultramafischen Gesteinen, die starke Magnetik-Anomalien produzieren, die in regionalen Magnetik-Untersuchungen aufgespürt werden können. Die anderen massiven Sulfide zeigen starke Dichte-Kontraste, wobei Gravitationstechniken angewandt werden können, um diese zu identifizieren. Als Paradebeispiel dient die Voisey´s Bay Lagerstätte, wo starke EM-Anomalien über der Ovoid Zone entdeckt wurden. Die offensichtliche Breite der Lagerstätte beträgt etwa 500 m, wobei die Leitfähigkeit Werte von mehreren 1.000 mS erreichte und der Widerstand geringer als Wasser war. Über der Lagerstätte wurde eine kleine Magnetik-Anomalie gefunden. Im Ganzen herrscht eine starke Korrelation zwischen dem Magnetfeld und der bekannten Mineralisation.

VERWENDUNG:
Industrie: Legierungen (Nickel erhöht die Zähigkeit von Stahl und besitzt hohe Korrosions- und Hitzebeständigkeit, aber auch “Super-Legierungen” mit Einsatz in der Gasturbinen- und Triebwerkstechnik für Flugzeuge und Raketen, sowie zur Münzprägung); Uhren und Schmuck (“Weissgold ist eine Gold-Nickel-Legierung, jedoch wird auch eine Gold-Blei-Legierung als “Weissgold” bezeichnet); Elektro-Industrie (Batterien); Chemie (Chemikalien, Katalysatoren).
 

Gräuliche Massen an Nickeline in Gabbro aus Cobalt Area, Ontario, Kanada (Sichtbreite ca. 8 mm; von W. Cordua): 

Nickelin (NiAs) Vererzungen aus Yellowknife, Great Slave Lake, Kanada (Quelle):

 

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