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"Sword of Damocles” (Öl-Gemälde), 1812, von Richard Westall (1765-1836)


Einleitung:
 
U.S. Präsident Barack Obama vor kurzem in Japan: 

“Wettbewerb (…) bedeutet nicht, dass Länder auf Kosten anderer prosperieren.”
 
U.S. Präsident John F. Kennedy im Jahr 1961: 

“Der Wachstum an ausländischen Währungsbeständen bedeutet für die Vereinigten Staaten eine besondere Verantwortung – und zwar, dass der Dollar als die Haupt-Weltleitwährung beibehalten wird. Hierfür ist es von Nöten, dass der Dollar von vielen Ländern als so gut wie Gold angesehen wird. Es ist unsere Verantwortung, dieses Vertrauen aufrecht zu erhalten.“
 
Der französische Politiker, Wirtschafts- & Finanzexperte Jacques Rueff im Jahr 1972: 

“Es ist so, dass wenn ein Land mit einer Leitwährung ein Zahlungsbilanzdefizit betreibt – nämlich wie z.B. von den Vereinigten Staaten – so wird das Gläubigerland mit Dollar bezahlt, die in dessen Zentralbank landen. Allerdings werden sie am gleichen Tag an den New York Geldmarkt neu verliehen, so dass sie zu ihrem Ursprungsort zurückkehren. Somit verliert das Schuldnerland nicht, was das Gläubigerland gewonnen hat. Also verspürt das Leitwährungsland nie den Effekt eines Defizits innerhalb seiner Zahlungsbilanz. Und die Hauptkonsequenz ist, dass es keinen Grund gibt, dass das Defizit verschwindet, da es gar nicht erst erscheint. Lassen Sie es mich positiver ausdrücken: Wenn ich eine Vereinbarung mit meinem Schneider hätte, dass er mir sämtliches Geld, das ich ihm zahle, am gleichen Tag als Kredit wieder zurückgibt, so würde ich keinen Einwand haben, weitere Anzüge von ihm zu bestellen & meine eigene Zahlungsbilanz wäre dann in einem Defizit. Aufgrund dieser Situation können die Vereinigten Staaten ihr Zahlungsbilanzdefizit in Papier-Dollar abzahlen. (…) Da die Zentralbanken Dollars erhalten haben, verwenden sie diese um unverzüglich U.S. Schatzbriefe oder festverzinsliche Wertpapiere von Banken in New York zu kaufen, so dass die Dollars wieder zu ihrem Ursprungsland zurückkehren, womit all die Vermögensgegenstände wieder eingetrieben sind, die zuvor noch ausgezahlt wurden.“
 
Rueff warnte, dass wenn dieses System für längere Zeit betrieben wird, sich zwangsläufig 3 Konsequenzen ergeben würden:

“1) In der Zahlungsbilanz der Vereinigten Staaten würde sich ein permantes Defizit entwickeln, dessen ausländische Begleichung nicht mehr automatisch den Kreditbetrag zuhause reduziert. (…) Somit wären die Vereingten Staaten in der priviligierten Position, bemächtigt zu sein, in anderen Ländern ohne Limits einzukaufen, zu investieren, oder Geldmittel zu verleihen oder zu spenden, da seine Geldmärkte die Effekte des Kapitalabwanderung nicht zu spüren bekommt. Indem das Geheimnis des „Defizits ohne Tränen“ erlernt wurde, war es nur allzu menschlich von den Vereinigten Staaten, dieses Wissen auch auszunutzen, indem seine Zahlungsbilanz in einen permanenten Zustand des Defizits gebracht wird.
 
2) Inflation würde sich in den Überschuss-Ländern entwickeln, da sie ihre eigene Währung auf Basis der angestiegenen Dollar-Reserven, die von ihren Zentralbanken gehortet werden, erhöhen.
 
3) Die Umtauschbarkeit der Reservewährung, dem Dollar, würde schliesslich abgeschafft werden – aufgrund der graduellen aber unbegrenzten Akkumulation von Sichtkrediten, die gegen das Gold der Vereinigten Staaten einlösbar sind.“ (Jacques Rueff: “The Monetary Sin of the West”; New York: Mac Millan, 1972) 
 
Hintergrund:
 
Gemäss den Erzählungen von Cicero war Damokles ein vorlauter & überheblicher Höfling, der von seinem König Dionysius auf eindringlichste & unverzüglichste Weise auf seine eigene Vergänglichkeit hingewiesen & ermahnt wurde.
 
König Dionysius wurde von seinen Zeitgenossen als der glücklichste Mensch der Welt angesehen – sein pompöser Wohlstand war jedem ersichtlich, da er ein nicht besonders bescheidener Mensch zu pflegen vermochte. Sein Hof war von opulenter Dekadenz weltweit nicht zu übertreffen. Zudem liebte der König es, gelobt & bestaunt zu werden, so dass sein stets unbefriedigtes Ego unaufhaltsam danach drang, Schmeichler & Schönredner an seine Seite zu kaufen bzw. einzustellen, die ihn Tag ein Tag aus mit unaufhörlichen Komplimenten umgaben – und Damokles war einer von ihnen.
 
Nach seiner Anstellung war Damokles so überwältigt & so in den Bann gezogen von der fulminanten Pracht & üppigen Stattlichkeit des Königspalastes & der Extravaganz des Hofes seines Gebieters, dass er sich nichts mehr auf dieser Welt wünschen konnte, wie (s)ein König zu leben – auch wenn es nur ein Tag in seinem Leben wäre.
 
Als der König davon erfuhr, rief er Damokles zu sich & bot ihm an, für einen Tag der König sein zu können. Damokles stimmte ohne Zögern sofort zu. Und genau so plötzlich & aus heiterem Himmel bekam Damokles das „exorbitante Privileg“ zuteil, die Welt (s)eines Königs nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren. Ihm wurden u.a. nicht nur die besten, sondern die vorzüglichsten Speisen & Getränke serviert – auf einer Art & Weise, die nicht einmal Herr Brockhaus im Begriffe des Wortes Luxus zu definieren vermag.
 
Inmitten der unbeschwerten Herrlichkeit & dekadenten Überheblichkeit, bemerkte Damokles zugleich ein seltsam fremd erscheinendes Schwert, das direkt über ihm schwebte. Sein Erstaunen nahm derweil unverzüglich exponential zu, als er trotz seines Rausches bemerkte, dass dieses Schwert lediglich an einem dünnen Haar hing, das nach jedem genauerem & ernsterem Blickes regelkonform nur danach schrie, bei dem entferntestem Wind zu reissen & ihn ohne den Hauch einer Chance sofort & ohne jedweden Respekt vor der Herrlichkeit & Pracht seines Egos auf der Stelle unwiderruflich & uneinbringlich nicht nur in den Tot, sondern in den Abgrund zu stossen.
 
Es verstrich keine Sekunde bzw. kein wahrnehmbarer Augenblick, als Damokles urplötzlich jedweder Bedarf & Appetit am exorbitanten Privileg des Luxus vergang. Er flehte seinen König auf seinen zittrigen & schwammigen Kniescheiben an, wieder ein einfacher Diener werden zu dürfen & das Amt des Königs unverzüglich verlassen zu können.
 
Die Legende des Damokles Schwert kann wie folgt auf den Dollar interpretiert werden:
 
Obwohl es beneidenswert erscheint, die Krone der Macht zu tragen, so hat auch dieses Privileg eine Schattenseite, und zwar dass dem Träger jederzeit Gefahren drohen. Dionysius machte klar, dass jemand nicht glücklich sein kann, über dem stets die Angst regiert:
 
Die Angst der USA ist u.a., dass der Rest der Welt erkennt, dass der Dollar in Wirklichkeit gar nicht der König bzw. die Weltleitwährung ist oder sein sollte, sondern lediglich ein narrischer Höfling des wahren Königs namens Gold. Sobald all diejenigen merken, dass über ihren Dollar-Beständen ein Schwert an einem seidenen Faden hängt & jederzeit droht, die Bestände unwiderruflich im Wert zu vernichten, wird entweder der Faden sofort reissen, oder es vergeht allen gehörig der Appetit. Allerdings hat sich mittlerweile wohl bei allen, die am reichlich gedeckten Tisch des Gastgebers USA Platz genommen haben, bereits rumgesprochen, dass ein derartiges Schwert nicht nur über ihren Dollar-Beständen, sondern auch über ihnen selber hängt. Die USA haben sich jedoch auf diesen Umstand des Wissens der Tischgäste bereits eingestellt & ihnen unverzüglich folgenden „Trick“ gemäss dem Hollywood-Spielfilm „Speed“ aufgetischt: sobald du aufhörst zu essen & zu kauen, fällt das Schwert & tötet dich & deine Dollar sofort.
 
Somit ist die Angst der USA v.a., dass sich einer am Tisch irrational verhält & aufhört zu essen, nur um das Schwert über den Dollar einschlagen zu lassen, womit er selbst zum Märtyrer wird, aber zugleich auch zum Mörder aller anderen Tischnachbarn. Das Ziel der USA ist, dass sich alle Beteiligten so lange vollfressen, bis sie platzen, womit sich das Problem für die USA alsdann von alleine geregelt hätte.
 
Der Wert des Schwertes ist nicht, dass es fällt, sondern dass es hängt & droht, zu fallen. Ähnlich verhält es sich mit der militärischen MAD-Strategie („Mutually Assured Destruction“), die auch als „Gleichgewicht des Schreckens“ bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um das sog. Nash-Gleichgewicht – ein zentraler Begriff der mathematischen Spieltheorie, nach welcher in nicht-kooperativen Spielen der Zustand eines strategischen Gleichgewichts hergestellt wird, da kein einzelner Spieler für sich einen Vorteil erzielen kann. Die militärische MAD-Doktrin vertraut darauf, dass keiner so irrational ist, für die Vernichtung des Gegners auch die Vernichtung des eigenen Landes in Kauf zu nehmen. Daher ist der Grundgedanke, dass die Kontrahenten auf einen nuklearen Einsatz verzichten, wenn der Gegner (oder seine Verbündete) danach noch die Möglichkeit für einen entsprechenden Gegenanschlag haben. Das Ergebnis ist ein zwar spannungsgeladener, aber dennoch stabiler Frieden.

"Unruhig verhält sich der Kopf, auf dem die Krone sitzt“

Vordergrund:
 
Der U.S. Dollar notiert seit 2010 buchstäblich auf des Messers Schneide. Seit Ankunft bei 74 Indexpunkten steht die Entscheidung an, ob ein historischer Crash (sog. Thrust nach unten), oder eine gewaltige Aufwertungsphase (sog. Thrust nach oben) beginnt.


 
Der U.S. Dollar Index befindet sich seit Anfang der 1980er in einem übergeordneten Abwärtstrend, wobei diese Bewegung von dem abwärtsgerichteten (blauen) Dreieck dominiert wurde. 1997 gelang ein Ausbruch über den oberen (blauen) Dreiecksschenkel bei etwa 92 Punkten, der bis 2002 die 120er Marke erreichte. Es folgte ein langwieriger Pullback zurück zum (blauen) Dreieck, wobei 2008 (nach einer kurzen Verletzung des unteren Schenkels bei 74 Punkten) ein erneuter Ausbruch bis zur 90er Marke gelang. Allerdings konnte der (violette) Widerstand bei 88 Punkten nicht in eine Unterstützung umgewandelt werden, so dass ein weiterer Pullback folgte - diesmal direkt zur (blauen) Dreiecksspitze. Danach begann der Kurs anzusteigen, welches Verhalten einen Thrust nach oben indizierte, der zum Ziel hat, den Hochpunkt des Ausbruchs (ca. 120 Punkte) zu übersteigen. Allerdings konnte alsdann der (violette) Widerstand bei 86 Punkten nicht in eine Unterstützung transformiert werden, so dass ein Rücksetzer folgte, der vor kurzem auf der (grünen) Unterstützung halten konnte. Da diese Unterstützung über dem Kursniveaus der (blauen) Dreiecksspitze liegt, erfolgte ein Kaufsignal – Verkaufssignal bei Verletzung dieser (grünen) Unterstützung, oder bei Erreichen des (schwarzen oder violetten) Widerstands bei etwa 81 oder 85 Punkten, wobei ein längerfristigeres Verkaufssignal à la Thrust nach unten erst bei Unterschreitung des Kursniveaus der (blauen) Dreiecksspitze bei etwa 74 Punkten ausgelöst wird.


 
Die Nahaufnahme seit 1998 verdeutlicht, dass vor kurzem ein Kaufsignal auf der (grünen) Unterstützung erteilt wurde (Verkaufssignal bei Verletzung), da ein erneuter Anstieg zum (schwarzen) Widerstand bei knapp 89 Punkten wahrscheinlicher geworden ist (längerfristigeres Kaufsignal erst bei einem Anstieg darüber, sowie über den grauen Horizontalwiderstand bei 90 Punkten), wobei bereits am (grauen) Horizontalwiderstand bei etwa 80,50 Punkten ein erstes Verkaufssignal positioniert ist (Kaufsignal bei Anstieg darüber).

 

Die Nahaufnahme verdeutlicht, dass sich der USD seit Anfang 2008 in einem (grünen) Aufwärtstrendkanal befindet, dessen unterste (grüne) Unterstützung vor kurzem erreicht wurde & ein Kaufsignal auslöste. Da der Kurs soeben den (roten) Widerstand bei etwa 79,50 erreicht hat, generierte sich ein Verkaufssignal – Kaufsignal bei einem Anstieg darüber, oder im Falle einer Korrektur zum untersten (grünen) Trendkanal bei aktuell etwa 76,50 Punkten (längerfristigeres Verkaufssignal erst bei Unterschreitung dieser wichtigen Unterstützung, da alsdann ein Ende des 2008 begonnenen Aufwärtstrend erwartet wird).
 
Begleitindikatoren:
 
RSI: Kaufsignal seit Anstieg über den (roten & grünen) Widerstand vor kurzem – nächstes Verkaufssignal bei Verletzung der (grünen) Unterstützung bei 50 Punkten, oder bei Erreichen des (grauen oder grünen) Widerstands bei 70 oder knapp 80 Punkten.

ROC: Kaufsignal seit Anstieg über den (violetten) Widerstand bei 0% - Verkaufssignal bei Verletzung, oder bei Erreichen des (roten) Widerstands bei etwa 7%.

MACD: Kaufsignal seit Anstieg beider Kurven Anfang Oktober 2010 – Verkaufssignal sobald beide Kurven beginnen, abzusinken.

AROON: neues Kaufsignal seit Anstieg über den (grauen) Widerstand vor kurzem – Verkaufssignal bei Verletzung dieser neuen Unterstützung, oder bei Erreichen des (roten) Widerstands.

 

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